
Warum ein ESK in Litauen?
- 20. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Aug. 2025
Die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme, wenn ich erzähle, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in Litauen mache, ist meistens so etwas wie: „Warum das denn?“ oder: „Wie kommst du denn darauf?“Deshalb möchte ich in diesem Blogeintrag versuchen zu erklären, warum ich mich dazu entschieden habe, nach der Schule ein ESK in Litauen zu machen.
Nachdem ich nach Heinsberg gezogen bin, wusste ich, dass ich höchstens noch zwei Jahre in der Schule verbringen würde. Deshalb hieß es für mich, sich nach Ausbildungen und Studiengängen umzuschauen. Doch eigentlich hatte ich schon immer den Wunsch, zu reisen – am besten irgendwohin, wo ich noch nie war. Ich wollte eine neue Sprache und Kultur kennenlernen. Ich wusste nur nicht, wie ich das anstellen sollte. Entweder war ich zu jung, oder das Programm war unbezahlbar.
Das Gute war, dass wir Schüler verpflichtet waren, mindestens ein Gespräch mit der Berufsberaterin zu führen. Als ich dann dran war, dachte ich mir: Fragen kann ja nicht schaden. Sie meinte, sie sei schon lange nicht mehr gefragt worden, welche Möglichkeiten es gibt, ins Ausland zu reisen. Sie gab mir einen Zettel, auf dem verschiedene Organisationen standen, die internationale Jugendfreiwilligendienste anbieten. IJGD ist mir dabei direkt ins Auge gesprungen. Je mehr ich über den Verein las, desto toller fand ich ihn.
Im Dezember 2024 begann dann der Bewerbungsprozess. Ich habe viele Zoom-Meetings geführt und viel über die unterschiedlichen Programme gelernt. Gemeinsam kamen wir zu dem Entschluss, dass ein ESK die richtige Wahl für mich ist. Man lernt ein neues Land kennen, es wird von der EU finanziert und ich kann damit sogar den praktischen Teil meines Fachabiturs abschließen. Eine echte Win-win-Situation.
Jetzt hieß es, sich auf Stellen zu bewerben, bei denen ich arbeiten könnte. Ich wusste: Ich möchte in den Norden. Vielleicht hat mich die Nordliebe meiner Mama geprägt, aber vor allem die atemberaubende Natur, die Sprachen und die Kultur haben mich sehr fasziniert. Ich bewarb mich in Schweden, Dänemark und Irland. Zwar wurde ich vorgewarnt, dass ich mit vielen Absagen rechnen müsse, aber gar keine Zusage zu bekommen, war schon etwas frustrierend.
Als ich mal wieder nach Jobangeboten suchte, stieß ich auf eine Stelle an einem Gymnasium in Litauen. Ich war sofort begeistert von der Ideologie und den Aufgaben, die mich dort erwarteten. Noch am selben Tag bekam ich zwar eine Absage für das Gymnasium, da sich bereits Freiwillige gefunden hatten, aber der Organisation Social Action gefiel mein Portfolio so gut, dass sie mir eine andere Stelle anboten: an der Atgajos Mokykla. Das ist eine Sonderschule für Menschen mit Lernbehinderung. Nach zwei weiteren Zoom-Meetings war klar, dass es auf beiden Seiten gut passt. Ich war unglaublich glücklich, endlich eine Stelle gefunden zu haben.
Seitdem interessiere ich mich sehr für Litauen. Ich bin beeindruckt von der Sprache und der Einstellung des Landes gegenüber der Natur. Litauen ist ein sehr fortschrittliches und schönes Land, und ich bin unglaublich dankbar, dass ich mein Auslandsjahr in Vilnius verbringen darf.
Ačiū!
Su meile, Milla



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